Floop wasserlose Trenntoilette von Finizio für jedes Stockwerk, vier Ansichten und rechts Papier-Einsatz für Nutzung„Floop wasserlose Trenntoilette von Finizio für jedes Stockwerk, dargestellt in vier Ansichten. Rechts ist der Papier-Einsatz für die Nutzung zu sehen. Die Schüsseln sind aus Edelstahl, die Klopapierbrillen aus Holz.

Floop

Die Rohrposttoilette als Gamechanger im Mehretagenbau

Badezimmertür auf, Klodeckel hochklappen, setzen, erleichtern, aufstehen, Spülung drücken – und da kommt kein Wasser?! Richtig gelesen! Die Rohrposttoilette Floop fängt Hinterlassenschaften in einer kompostierbaren Papierform auf, lässt sie mühelos durch ein Rohr nach unten gleiten und hinterlässt die Keramik strahlend weiß. Die Wertstoffe landen in Sammelbehältern im Untergeschoss, werden abgeholt und zu sicheren Recyclingdüngern aufbereitet.

Wasser sparen und unverschmutzten, sicheren Recyclingdünger herstellen. Das ist das Ziel all unserer Trockentoiletten. Mit Floop wird die Sanitärwende endlich skalierbar!

Zwei Trenntoiletten mit Holzdeckel und Keramikschüssel nebeneinander in einem grauen Ausstellungsraum.

Zwei Prototypen der Rohrposttoilette im Showroom auf der Biennale in Venedig.

Das Problem mit Trockentoiletten und Hochhäusern: Viel Platz und viel Arbeit

Trocken- oder Trenntoiletten werden beim Camping oder auf Festivals immer beliebter. Im urbanen Wohnungsbau stoßen sie aber an Grenzen: Entweder müssen Nutzer:innen Sammelbehälter selbst nach unten tragen und entleeren. Oder es bedarf platzintensiver Schachtsysteme, bei denen jede Toilette einen eigenen Fallschacht und in den meisten Fällen Sondergenehmigungen braucht.

Für neue Quartiere oder Strangsanierungen scheitern beide Lösungen oft an Umsetzungskosten oder der Bereitschaft der Nutzenden, selbst Hand anzulegen. Hinzu kommt: Trockentoiletten haben ein Image-Problem. Zu rustikal, zu kompliziert für moderne Architektur. Gerade im Mehretagenbau schien eine elegante Lösung lange unerreichbar.

Entstehungsgeschichte

„Flush and Forget": Diesen Ansatz haben westliche Gesellschaften so sehr verinnerlicht, dass daran kaum zu rütteln ist. Doch in urbanen Räumen liegt das größte Rohstoffpotenzial für Recyclingdünger. Um Wasser zu sparen und gleichzeitig saubere Nährstoffe zurückzugewinnen, braucht es eine neue Toilettengeneration. Eine, die „wasserlos spülen und intelligent weiterverarbeiten" kann. Elegant, einfach in der Nutzung, respektvoll im Umgang mit Hinterlassenschaften.

Diese Vision hatten 2020 mehrere Entwickler zur selben Zeit: Umweltingenieur Theo Pauly, Designer Tom Kühne und Finizio-Gründer Florian Augustin. Neben der klassischen Fest-Flüssig-Trennung mit Urinableitung hatten sie eine zentrale Idee:

Eine kompostierbare, wasser- und reißfeste Papiertüte, die das große Geschäft über einen 45°-Abzweig in ein zentrales Fallrohr gleiten lässt, wie eine Rohrpost! So können beliebig viele Toiletten übereinander an nur einem Strang installiert werden. Die Rohrposttoilette war geboren.

Nun wurde getüftelt: der richtige Gleitmechanismus für die Papierform, die richtige Beschichtung der Tüte (Shoutout an traceless), die perfekte Gussform, ein innovationsoffener Keramikbauer (Danke, Hartenfels in Rheinland-Pfalz!). Der erste Prototyp hatte 2023 die Ehre, bei der Architektur Biennale in Venedig im Deutschen Pavillon ausgestellt zu werden. Eine würdige Bühne für einen Revolutionsbeginn!

Das ist die Floop!

Die erste serienreife Version der Rohrposttoilette trägt den Namen „Floop": eine Mischung aus „Flush" und „Loop". Mit ihr können Nährstoffe effizient an der Quelle gesammelt und dezentral zu qualitätsgesicherten Recyclingdüngern aufbereitet werden, ohne dass sich die Nutzer:innen aktiv darum kümmern müssen.

Und das ist die Floop: Elegantes Design, Keramikschüssel aus einem Guss. Länglicher Körper für optimale Ergonomie, hochwertiger Holzdeckel, Edelstahl-Hebel, der die Klappe zum Rohr öffnet. Die Klappe im hinteren Bereich gibt beim Öffnen ein sanftes „psssst!" von sich, das Geräusch des Kreislaufs.

Die Keramik ist intelligent geteilt: vorderer Bereich mit Urinableitung, hinterer Bereich für das große Geschäft. Angeschlossen über einen 45°-Abzweig an ein DN-160-Rohr, zwangsentlüftet durch elektrische Abluft. Geruchsfrei und hygienisch.

Das Highlight ist eine integrierte Duschbrause, die im Reinigungs- und Fönmodus Klopapier überflüssig macht. Denn: Wasser ist zum Waschen da, nicht zum Spülen. Die Inhalte werden von unserem Service abgeholt, ganz ohne händische Schlepperei.

Eine moderne Trenntoilette aus Keramik mit Holzdeckel hängend an der Badezimmerwand, daneben eine Halterung mit Papiertüten und eine Duschbrause.

Die erste serienreife Floop mit Duschbrause und Papiertütenhalterung, montiert im Badezimmer.

Finizio Rohrposttoilette Floop auf dem Feld.

Die Floop auf unserem Versuchsacker in der Schorfheide. Denn da kommen die Nährstoffe wieder hin.

Vision & Ausblick

2026 zieht Floop nun in die ersten Mehretagenbauten, sowohl in renovierte Stadthäuser als auch in komplett ökologische Neubauprojekte. Langfristig wird Floop unser Flaggschiff und der Standard für urbanes Nährstoffrecycling.

Denn unser großes Ziel sind dezntrale Recyclinganlagen mit Humusregalen und Urinaufbereitungsanlagen in der Stadt, Nährstoffhubs in jedem Quartier. So schließen wir den Nährstoffkreislauf wieder, der Toilette zurück aufs Feld, vom Mehretagenbau zurück in die Natur. Die Sanitärwende beginnt mit jedem Spülen, das keines mehr ist.

Du willst auch floopen?

Du bist Architekt:in, Planer:in oder Bauherr:in und willst die Sanitärwende mitgestalten? Dann sollte dein Bauprojekt eines der ersten Pilothäuser mit der revolutionären Rohrposttoilette Floop werden. Schreib uns, gemeinsam bringen wir den Kreislauf ins Rollen!

Unser Crewmitglied Kathi, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit

Autor*in

Katharina Müller

Kathi schwingt seit 2023 an Bord von Finizio die Tasten und kombiniert ihren agrarwissenschaftlichen Hintergrund mit ihrer Leidenschaft fürs Schreiben. Für Finizio darf sie nach Herzenslust über die Themen Kompostierung, Technologieentwicklung, gesellschaftspolitische Tragweite der Sanitär- und Nährstoffwende und Fragen nach gerechtem Zugang zu und Gestaltung von Sanitärinfrastruktur berichten.