
Zirkulierbar

Die Ergebnisse sind da!
Alles gebündelt in einem Handbuch!
Das Handbuch für die Sanitär- und Nährstoffwende bündelt die Erfahrungen und Ergebnisse aus dem dreijährigen Forschungsprojekt zirkulierBAR. Es ist ein Praxisleitfaden für kommunale Mitarbeitende, Planende, Landwirt:innen und alle Interessierten. Es illustriert, welche Wege, Gestaltungsoptionen und Herausforderungen es auf dem Weg in eine zirkuläre Zukunft gibt. Den täglichen „Beitrag“ dazu leisten wir eh. Entscheidend ist, was wir draus machen.
Zielgruppen
Das Handbuch wendet sich an alle Akteur:innen,
- die Trocken- und Trenntoiletten in „größerem Maßstab“ – als Toilettenalternative auf Veranstaltungen, im öffentlichen Raum oder auf Quartiersebene – einsetzen wollen
- die das Nährstoffrecycling als professionelles Recyclingprojekt – also als Kooperation von Kommunen, kommunalen Betrieben und Privatwirtschaft – umsetzen wollen.
- die die hergestellten Recyclingdünger in der Landwirtschaft nutzen und somit Nährstoffkreisläufe schließen wollen.
Das Handbuch steht ab sofort kostenlos zum Download zur Verfügung. Zusätzlich gibt es einen digitalen Anhang mit weiterführenden Materialien (z. B. Positionspapiere, Recyclingrechner, Arbeitshilfen, Seminar-Ablaufpläne). Als gedrucktes Buch kann das Handbuch ab Anfang 2025 beim NetSan e. V. gegen Spende bestellt werden.
Über das Projekt REGION.innovativ – zirkulierBAR:
Interkommunale Akzeptanz für nachhaltige Wertschöpfung aus sanitären Nebenstoffströmen
zirkulierBAR ist ein inter- und transdisziplinäres Forschungsprojekt, das im Rahmen der Fördermaßnahme REGION.innovativ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für drei Jahre gefördert wird. Kommunen und zukunftsorientierte Unternehmen schaffen gemeinsam mit Universitäten und Forschungseinrichtungen ein Reallabor für nachhaltige regionale Kreislaufwirtschaft.
zirkulierBAR baut in Eberswalde (LK Barnim) eine innovative und skalierbare Verwertungsanlage auf, um Inhalte aus Trockentoiletten zu qualitätsgesicherten Recyclingdüngern zu veredeln. Die Endprodukte sind nährstoffreiche und schadstoffarme Dünger für Landwirtschaft und Gartenbau. Kommunen können damit eine wassersparende und ressourcenschonende Alternative zu linearen wasserabhängigen Klärsystemen planen und errichten.
Unsere Vision
Nährstoffe aus verzehrten Nahrungsmitteln zurückgewinnen und im Sinne einer regionalen, nachhaltigen Kreislaufwirtschaft wieder der Landwirtschaft zuführen.
Unsere Kernbereiche
1. Technische Voraussetzungen für eine breitere Anwendung der Innovation
Im Reallabor von zirkulierBAR entwickeln wir das technische Aufbereitungssystem für die Düngerherstellung inklusive Logistik, Hygienisierung bei 70 Grad, Humusregal und Urinaufbereitungsanlage. Die Prozesse werden wissenschaftlich begleitet und Methoden zur Qualitätssicherung der Recyclingdünger erarbeitet und standardisiert.
2. Agrar- und ressourcenökonomische Voraussetzungen für den Einsatz der Innovation Mit Pflanzversuchen und umwelttechnischen Modellen werden Konzepte zur Anwendung für Gartenbau und Landwirtschaft erarbeitet. Die Forschungsanlage wird umwelttechnisch und gesamtwirtschaftlich analysiert und skaliert. Blaupausen für die Umsetzung von Produktion, Vertrieb und Finanzierung der Recyclingdünger werden geschaffen. 3. Voraussetzungen für Akzeptanz und Kollaboration im Innovationsökosystem Wir analysieren und fördern die rechtliche, kulturelle und kommunale Akzeptanz für den Einsatz von Recyclingdüngern. Wir sprechen mit betroffenen Akteur:innen entlang der Düngemittelprozesskette. Unser Konzept soll es anderen Kommunen erleichtern, sich für eine nachhaltige Nährstoffwende zu entscheiden. 4. Transferaktivitäten in gesellschaftliche Zielgruppen zirkulierBAR erarbeitet rechtliche und politische Handlungsempfehlungen für kommunale wie nationale Entscheider:innen. Für Lehrende und Lernende erarbeiten und erproben wir Materialien, um das Thema spielerisch, aber auch wissenschaftlich aufbereitet, verständlich zu gestalten und konventionelles Denken bewusst herauszufordern. Fördermittelgeber BMBF im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme „REGION.innovativ – Kreislaufwirtschaft“. [Die Verantwortung für den Inhalt der Veröffentlichung liegt bei den Autor:innen.] REGION.innovativ unterstützt Regionen dabei, sich neuen Forschungs- und Innovationsthemen zu widmen und die dafür notwendige Zusammenarbeit mit neuen Partnern zu etablieren. In mehreren Förderrunden wird jeweils ein Thema fokussiert, das besonders für strukturschwache Regionen wichtig ist. Während die erste Förderrunde die innovative Gestaltung von Arbeitswelten der Zukunft adressierte, zielt die aktuelle Förderrunde auf die Kreislaufführung von Stoffen, Materialien und Produkten ab.


Mitglieder des Forschungskonsortiums sind:
Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) in Großbeeren
Die Kreisstadt Eberswalde (EW)
Der Landkreis Barnim (BAR)
Die Kreiswerke Barnim GmbH (KWB)
Die Finizio – Future Sanitation GmbH (FFS)
Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNEE) Eberswalde
Die Technische Universität (TU) Berlin
Das Deutsche Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH (DBFZ)
Das Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI)
des Fraunhofer-Institutes für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO)
Die Kommunikations-Agentur „mfm – Menschen für Medien“ (mfm)
Das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (izt)
The Project REGION.innovativ – zirkulierBAR:
Intermunicipal acceptance for sustainable value added from separately collected sanitary streams
zirkulierBAR is an interdisciplinary and transdisciplinary research project which is funded for three years by the German Federal Ministry of Education and Research (BMBF) within the funding measure REGION.innovativ. Under zirkulierBAR, municipalities and forward-thinking companies, together with universities and research institutes, are creating a “living lab” for a sustainable regional circular economy.
Our vision
We want to recover nutrients from consumed food and recycle them to agriculture – in the sense of a regional sustainable circular economy.
Our core areas
1. Technical requirements for broader innovation applications
In the zirkulierBAR living lab we develop the technical processing system for fertiliser production, including logistics, hygienisation at 70 degrees, humus rack and urine treatment plant. The processes are scientifically accompanied, and methods for quality assurance of the recycled fertilisers are developed and standardised.
2. Agricultural and resource-economic requirements for innovation applications
Planting experiments and environmental models are used to develop concepts for the application in horticulture and agriculture. Our research plant will be analyzed in terms of environmental and macroeconomic effects considering different scales. Blueprints for the realisation of production, distribution and financing of the recycling fertilisers will be created.
3. Requirements for acceptance and collaboration in our innovation ecosystem.
We analyse and promote legal, cultural and municipal acceptance for the use of recycling fertilisers. We talk to relevant stakeholders along the fertiliser process chain. Our concept should make it easier for other municipalities to decide in favour of a sustainable nutrient transition.
4. Transfer activities to public target groups
zirkulierBAR develops legal and political recommendations for municipal and national decision-makers. We develop and test materials for university and vocational education in order to make the subject comprehensible in both a playful and scientific way and to consciously challenge conventional thinking.
Funding body BMBF within the framework of the BMBF funding measure „REGION.innovativ – Circular Economy“. [The responsibility for the content of the publication lies with the authors.]
“REGION.innovativ” supports regions in addressing new research and innovation topics and establishing the necessary cooperation with new partners. Several funding rounds each focus on a topic that is particularly important for structurally weak regions. While the first funding round addressed the innovative design of working environments of the future, the current funding round is aimed at the recycling of substances, materials and products.

Autor*in
Katharina Müller
Kathi schwingt seit 2023 an Bord von Finizio die Tasten und kombiniert ihren agrarwissenschaftlichen Hintergrund mit ihrer Leidenschaft fürs Schreiben. Für Finizio darf sie nach Herzenslust über die Themen Kompostierung, Technologieentwicklung, gesellschaftspolitische Tragweite der Sanitär- und Nährstoffwende und Fragen nach gerechtem Zugang zu und Gestaltung von Sanitärinfrastruktur berichten.